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  Pro Digitales Schließsystem

Digitale Zukunft
Wir alle sind es gewohnt, eine Vielzahl von Schlüsseln für Büro, Haus und Auto mit uns herumzutragen. Geht ein Teil davon oder gar der ganze Schlüsselbund verloren, so entsteht meist ein erheblicher Schaden, weil die entsprechenden Schliesszylinder aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden müssen. Unter Umständen verfällt sogar der Versicherungsschutz.

Der Verlust des Generalschlüssels ist das Horrorszenario für jeden Unternehmer, Chefarzt oder Sicherheitsbeauftragten, denn der Schaden kann unter Umständen mehrere hunderttausend Euro betragen, von der damit zwangsweise verbundenen mehrwöchigen Sicherheitslücke ganz zu schweigen. Grosse Organisationen, wie zum Beispiel Flughäfen oder Universitäten haben oftmals mehrere zehntausend Schliesszylinder und mindestens die gleiche Anzahl an Schlüsseln im Umlauf. Nachträgliche Änderungen an Schliessplänen sind aufwendig beziehungsweise nur begrenzt möglich. Eine Zutrittsprotokollierung, wer wann welche Türe geöffnet hat, ist systembedingt nicht möglich. Moderne Organisationen sind dynamisch, Schliesspläne mechanischer Schliessanlagen dagegen statisch.

Die traditionelle Lösung für diese wohlbekannten Schwächen mechanischer Schliesssysteme ist die traditionelle Zutrittskontrolle – einige PIN- oder Kartenleseterminals an den Haupteingängen und wichtigen Verbindungstüren. Doch abgesehen von den hohen Kosten von 750 bis 2500 Euro pro Türe, inklusive Installation und Verkabelung, wird oft übersehen, dass wesentliche Nachteile der Mechanik bestehen bleiben.
Wer kann die Putzfrau kontrollieren, welche Räume sie nach Dienstschluss betreten hat? Wer weiss, ob nicht jemand unbemerkt eine Kopie eines wichtigen Schlüssels angefertigt hat? Wer kennt nicht das lästige Umtauschen von Schlüsseln, das mit jeder Umorganisation einer Abteilung verbunden ist? Akten- oder Schaltschränke, die oft hochsensible Daten (z.B. Personalakten) oder funktionskritisches Equipment (z.B. Datenserver) enthalten, die nicht mit diesen Systemen abgesichert werden können und wo oftmals nicht einmal eine systematisierte Schlüsselverwaltung dahinter liegt, sondern der Schlüssel dazu meist in der Schreibtischschublade «versteckt» ist?

Experten schätzen, dass 80 bis 90 Prozent der Diebstähle in Unternehmen von eigenen Mitarbeitern oder Fremdarbeitern, zum Beispiel Reinigungspersonal, begangen werden, also Personen, die sich berechtigterweise im Gebäude befinden. Hier nützt weder ein ZK-System noch der Pförtner am Haupteingang etwas. Und schliesslich gibt es viele öffentliche Gebäude – Universitäten, Krankenhäusern Rathäuser, Banken – die per definitionem eine offene Aussenhaut haben müssen, weil jedermann Zugang zum Gebäude haben soll – die traditionelle Zutrittskontrolle versagt hier weitgehendst, daher gilt es auch hier, die Büroräume intelligent abzusichern.

Schliesstechnik und Zutrittskontrolle
Vor dem Hintergrund der Integration von Schliesstechnik und Zutrittskontrolle haben sich Digitale Schliesssysteme – vor wenigen Jahren noch eine kaum ernstgenommene Alternative zu mechanischen Schliesssystemen – mittlerweile zu einem der am schnellsten wachsenden Teilmärkte der gesamten Sicherheitsbranche entwickelt. Die Grundidee dabei ist die Konvergenz von mechanischem Schliesssystem und elektronischer Zutrittskontrolle, das heisst, die Integration der Funktionen «Lesen – Auswerten – Offnen/Schliessen – Protokollieren» in ein dezentrales, batteriebetriebenes, kabelloses Zutrittskontrollsystem in Form eines frei programmierbaren elektronisches Zylinders.

Damit können erstmalig nicht nur einzelne, sondern alle Türen eines Gebäudes sowie Möbel und Aktenschränke bei minimalen Installationskosten mit einer elektronischen Zutrittskontrolle versehen und die komplette Schlüsselverwaltung ersetzt werden. Kern eines solchen Systems ist ein elektronischer Schliesszylinder, der mit einem Transponder berührungslos über Funk angesteuert wird. Digitale Schliesszylinder lassen sich in wenigen Minuten anstelle eines herkömmlichen Zylinders ohne jede Verkabelung in jedes DIN-Einsteckschloss. Durch die einfache Umprogrammierung kann schnell und kostengünstig auf Schlüsselverluste reagiert werden, da keine Zylinder ausgetauscht werden müssen.
Die Möglichkeit der Protokollierung oder der Vergabe von differenzierten Zutrittsberechtigungen (Zeitzonen) führt zu einem deutlichen Plus an Sicherheit. Auch die «mechanische Lebensdauer» ist länger als die eines mechanischen Zylinders, da weniger Verschleissteile eingesetzt werden sind und lediglich alle vier bis sechs Jahre die Batterie gewechselt werden (mehrstufiger Warnmodus, wenn Batterie leer) muss.

Programmierung per Handheld
Wie kann nun ein solcher Zylinder umprogrammiert oder seine Zutrittsliste ausgelesen werden? Auch dies geht bei den meisten am Markt erhältlichen Systemen in Sekundenschnelle ganz ohne Verkabelung über ein Konfigurationsgerät (z.B. ein Palm Handheld mit Funkadapter, siehe Bild). Kommt der Abteilungsleiter zum Beispiel am Montagmorgen in sein Büro und stellt fest, dass sein Laptop fehlt, lässt sich lückenlos nachvollziehen, wer wann am Wochenende sein Büro betreten hat. Unprotokollierte Zugänge sind nicht mehr möglich.

Modularer Aufbau
Ein weiterer Vorteil digitaler Schliesssysteme besteht in deren modularen Aufbau. Interessiert sich ein Nutzer für ein solches System, so kann er mit einer kleinen Anlage, zum Beispiel nur für eine Abteilung, anfangen und später — je nach Bedarf und Kassenlage — das System peu a peu erweitern. Weiterer Vorteil: bei einem Umzug der Firma in ein anderes Gebäude können die Zylinder einfach ausgebaut und ins neue Gebäude mitgenommen werden, bei einem Mieterwechsel kann der Vermieter die Schliessanlage zurücksetzen und für den nächsten Mieter neu programmieren.
Auch in anderer Hinsicht zeichnen sich digitale Schliesssysteme gegenüber der traditionellen Technik aus: mit ein und demselben Medium, dem Transponder, lassen sich nicht nur Türen öffnen, sondern gleichermassen auch Schranken, Garage, Rolltore sowie Möbel und Schaltschränke. Somit kann auch der Zugriff auf Büromöbel (z.B. Projektakten) oder Serverschränke zeitlich beschränkt und protokolliert werden — in Zeiten, in denen Information zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden ist, ein enormer Sicherheitsgewinn.
Und schliesslich lassen sich die Zylinder, falls gewünscht, auch vernetzen. Bei den leistungsfähigsten Systemen erfolgt diese Vernetzung ebenfalls per Funk, sodass eine echte Online Administration möglich ist, ohne auch nur ein einziges Kabel zu ziehen. So kann der IT Verantwortliche automatisch per SMS benachrichtigt werden, wenn am Wochenende ein Mitarbeiter den Serverraum betritt.

Geringe Betriebskosten

Insgesamt resultiert daraus ein deutlicher Gewinn an Flexibilität und Sicherheit bei reduzierten Life Cycle Costs. In einem grösseren Bürogebäude kann sich die Anschaffung eines digitalen Schliesssystems gegenüber einer rein mechanischen Anlage bereits nach drei bis fünf Jahren amortisieren, bei einem Generalschlüsselverlust noch schneller. Bezieht man in die Kostenrechnung noch die Kosten für ein verkabeltes Zutrittskontrollsystem mit ein, so ist ein Digitales Schliesssystem bereits in den Anschaffungskosten günstiger als zwei parallele Systeme aus Mechanik und verkabelter Zutrittskontrolle.
Durch die Verbindung zur Gebäudeautomation und webbasierten Gebäudemanagementsystemen werden digitale Schliesssysteme in Zukunft eine dominante Rolle in der Schliesstechnik in professionell bewirtschafteten Gebäuden spielen. Sie werden die mechanischen Schliesssysteme genauso der Vergangenheit angehören lassen, wie der Computer die gute alte Schreibmaschine verdrängt hat.

  Kosten:


Mechanische Sicherheit:

  • Geringe Sicherheit
  • Geringe Flexibilität
  • Hohe Betreibskosten
  • Pro Türe ca. 30 bis 100 Euro

Elektronische Zutrittskontrolle:

  • Kartenleser, PIN, Biometrie
  • Aufwendige Installation
  • Teure Nachrüstung
  • Pro Türe ca. 750 bis 2500 Euro

Digitales Schliesssystem:

  • Elektronischer Schliesszylinder (funkbasiert)
  • Ein Transponder für alles
  • Frei Programmierbar
  • Online oder Offline
  • Pro Türe: Kosten ca. 250 bis 350 Euro

Simons Voss Transponder